Das Reverse-Circulation-Bohrverfahren (RCD) ist eine spezialisierte Bohrtechnik im Spezialtiefbau zur Herstellung von Bohrlöchern mit großen Durchmessern unter anspruchsvollen geotechnischen Bedingungen. Bei dieser Methode zirkuliert Luft oder Flüssigkeit im Außenbereich des Bohrgestänges und kehrt durch die Mitte zurück, wodurch Bohrklein effizienter an die Oberfläche transportiert wird als bei herkömmlichen Bohrverfahren. Das Reverse-Circulation-Bohrverfahren ist besonders wertvoll bei Tiefgründungsprojekten, bei denen Bodenstabilität, Probenqualität und Bohrpräzision für die erfolgreiche Pfahlinstallation und Baugrunduntersuchung entscheidend sind. Die Technik eignet sich besonders für Formationen wie Alluvialablagerungen, sandige Böden, Kieslagen und gemischte unverfestigte Materialien, bei denen konventionelles Rotary-Bohren auf Stabilitätsprobleme stoßen oder verunreinigte Proben liefern könnte. Durch die Aufrechterhaltung eines positiven Drucks im Bohrloch und die zentrale Entnahme von Bohrklein wird die Störung der umliegenden Bodenstrukturen minimiert, während eine präzise geologische Bewertung für die Gründungsplanung und Bauausführung ermöglicht wird.
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